Archiv für Weihnachtsmarkt

Secession! auf dem Weihnachtsmarkt – Presse

Artikel in der Norddeutschen Rundschau vom 16.12.2011: zum Artikel

Secession! auf dem Weihnachtsmarkt – Rede zur Finissage

Finissage Bude B (von Wiebke Logemann 14.12.2011)

Herzlich willkommen zur Finissage der kürzesten Ausstellung Itzehoes in Itzehoes kleinstem Ausstellungshaus, der Bude B auf dem Weihnachtsmarkt..

Nach nur drei Tagen Ausstellungszeit versuche ich ein kurzes, persönliches Resume:

Erst einmal weiß man es auf wunderbare weise zu schätzen, abends in ein geheiztes Haus zu kommen, um unter der wärmenden Dusche, die am Tag gehörten und verinnerlichten Weihnachtslieder ausklingen zu lassen. Aber nicht nur die Dauerberieselung mit weihnachtlichem Liedgut und die ziehenden Duftschwaden von Glühwein und altem Pommesfett machen diese Location zu einer sehr außergewöhnlichen, denn
im Gegensatz zur „normalen“Ausstellung, zu der man sich gezielt auf den Weg macht, wird man hier, quasi im Vorbeischlendern, mit Kunst konfrontiert. Dem ungeübten Kunstrezipienten wird die Möglichkeit gegeben, sich in eine Art Übungsraum zu begeben. Ob man nun nur im Vorbeigehen herüberschielt, kurz stehen bleibt und einen Blick in die Auslage wirft oder gar ins Innere vordringt und den Raum betritt: unser Angebot bleibt unverfänglich. Und wer weiß, ob nicht die Scheu, ein Museum oder eine Galerie zu betreten bei dem einen oder anderen etwas gemildert wurde.
Über diesen didaktischen Ansatz hinaus, hat „Secession“ Präsenz gezeigt und es haben sich viele Gespräche ergeben: über dieArbeiten der Einzelnen, über unser Anliegen als Gruppe, und mit einigem Gewicht, über die problematische kulturelle Lage hier (in diesem Zusammenhang finde ich den gestern aufgeschnappten Begriff: Kreis Steinzeit noch mal erwähnenswert). Das Sehnen nach dem Ende der „Itzehoer Depression“ ist groß und man könnte das Stimmungsbild derart interpretieren, das ein Hebel dafür eine kluge Förderung der kulturellen Szene sei. Lasse das so im Raum stehen, sonst wird das keine kurze Rede werden.
Nur ein Tipp an den Kreis und die Stadt: Erkennt die positive Dynamik, die eine muntere Szene auf eine Stadt haben kann und versammelt das sehr engagierte Potential an Kulturschaffenden an eurem Tisch.
In diesem Sinne, ich bedanke mich fürs Kommen und fürs Interesse.
Weise noch mal auf unsere Homepage: www.secession.cc hin, dort kann man die Eröffnungsrede von Manuel noch mal nachlesen, Fotos dieser Tage sehen und weitere Infos über uns bekommen.
Prost Glühwein.

Secession! auf dem Weihnachtsmarkt im Netz

Am 13.12. hat Robert Hirse ein wunderbares Post in seinem Blog über uns veröffentlicht: zum hirseWeb-Blog

Danke dafür!

Secession! auf dem Weihnachtsmarkt: Rede zum Bergfest

Rede zum Bergfest (von Saskia de Kleijn 13.12.2011)
Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Ich freue mich sehr, Sie alle hier zum Bergfest der “Secession! auf dem Weihnachtsmarkt” begrüßen zu dürfen!
Gestern zur Eröffnung hat Manuel Zindt eine ganz wunderbare Rede gehalten, zu der ich kaum etwas hinzuzufügen habe.
- Und ihn zitieren oder mit meinen eigenen Worten noch einmal wiederholen, was bereits gesagt wurde, möchte ich auch ungern. Deshalb weise ich Sie, die diese Rede gestern vielleicht nicht gehört haben sollten, an dieser Stelle einfach darauf hin, dass der gesamte Text auf unserem Blog unter der Internetadresse http://secession.cc nachgelesen werden kann.

Nichtsdestotrotz, nun ein paar wenige Worte von mir, für alle hier, die eventuell noch gar nicht wissen, was es mit dieser “Secession!” eigentlich auf sich hat. Also, die kürzeste Rede zum Bergfest der kürzesten Ausstellung in Itzehoes kleinstem Ausstellungsraum:
Im September diesen Jahres haben wir es mit unserer ersten Ausstellung “Secession! über der Lauschbar” erfolgreich geschafft, unsere Kunst in einer Nische, einem Ort fernab des gewohnten Ausstellungsbetriebes zu präsentieren und gleichzeitig ein bunt durchmischtes Publikum anzuziehen.
Und genau das ist das Ziel des Ausstellungskonzeptes “Secession!” Wir wollen Kunst an ungewöhnliche Orte in Itzehoe tragen und damit kunstfernen Bevölkerungsgruppen die Begegnung mit der Kunst erleichtern – gleichzeitig aber auch dem kulturell beflissenen Bildungsbürgertum Orte und Mechanismen der Subkultur zugänglich machen.
Deshalb haben wir uns die Chance nicht nehmen lassen, für drei Tage diese Hütte auf dem Itzehoher Weihnachtsmarkt zu bespielen. Ein ziemlich ungewöhnlicher Ort für eine Kunstaustellung – so zwischen Glühwein, Crêpes, Bratwurst und Strickwaren. Mitten im vorweihnachtlichen Konsumstress, bieten wir Ihnen eine kleine, kontemplative Wunderkammer. Der Eintritt ist frei, die Austellung kann und soll betreten werden:
Kommt ruhig rein, Kunst konsumieren…
Also dann: Glühwein für alle und Leute, kauft Kunst für eure Hütten!

Secession! auf dem Weihnachtsmarkt – Die Eröffnungsrede

12. Dezember 2011: Manuel Zint hält seine Eröffnunsrede

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich darf Sie herzlich begrüßen zur zweiten Ausstellung unseres Projektes “Secession!”. Ich freue mich, daß Sie trotz des Wetters den Weg zu uns gefunden haben – hier auf dem Itzehoer Weihnachtsmarkt – Hütte B!

Wie Sie vielleicht wissen, ist es ein Kernpunkt dieser Ausstellungsreihe Orte mit Kunst zu bespielen, die normalerweise nicht kunstaffin sind, aber auch noch nicht die Kunst als dekoratives Element mißbraucht haben
- kurz gesagt betreten wir Neuland, abseits der bildungsbürgerlichen Wildwechsel und Gepflogenheiten, und beschreiten neue Wege.

Denn auch das beinhaltet der Begriff “Secession”, der eben nicht nur im Sinne einer Abgrenzung benutzt wird, sondern auch als Kennzeichen für eine Neugruppierung, eine Neuinterpretation. Insofern grenzen wir uns mit diesem Projekt ab – von der allgemeinen Ausstellungspraxis und den Rezeptionsmechanismen in der kulturellen Szene dieser Stadt. Nicht ohne die Hoffnung, damit aufzuzeigen, daß gute Kunst nicht zwangsläufig einer musealen oder Galerie-Atmosphäre bedarf und daß auch in dieser Stadt mehr möglich ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Wie schon mehrfach gesagt wurde, gehört es zum Ausstellungsgedanken dieses Projektes, daß wir kunstferne Bevölkerungsgruppen an die Kunst heranführen wollen, also den Berg in Richtung Propheten bewegen – dies ist natürlich nur die eine Seite der Medaille, denn genauso wollen wir dem bildungsbürgerlichen Kunstpublikum auch die Orte und Mechanismen der Subkultur nahe bringen, was uns in der letzten Ausstellung wohl ganz gut gelungen ist. Welche der beiden Gruppierungen Sie sich jetzt zuordnen, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Wenn wir darüber reden, ungewöhnliche Orte als Ausstellungs- möglichkeiten zu entdecken, dann müssen wir auch hier wieder die Kehrseite mit bedenken und offen zugeben, daß wir aus der Not eine Tugend gemacht haben. Denn natürlich würden wir auch in der Stadtgalerie ausstellen – wenn es sie gäbe. Oder im Stadtmuseum. Oder im Itzehoer Kunstverein. Oder in der “Kunsthalle an der Stör“. Leider gibt es dies alles nicht und die einzige vorhandene Institution, zu deren originären Aufgabenbereich es gehört, die regionale Kunstszene zu präsentieren – das Kreismuseum nämlich – weigert sich schlicht, überhaupt eine Kunstszene zu präsentieren. Und es ist nicht zuletzt deshalb so verwunderlich, daß diese Institution überhaupt nicht unter den Druck der Öffentlichkeit gerät (immerhin ist es eine öffentliche Einrichtung) als dieser Zustand bundesweit wohl einmalig ist.
Insofern könnte man dieses Ausstellungsprojekt auch als einen Indikator für die Situation der Itzehoer Kunstschaffenden sehen, so wie die Bergleute früherer Tage Kanarienvögel mit in die Grube nahmen. Noch flattert und zwitschert der Kanarie wie Sie sehen.

Als wir uns entschlossen, für drei Tage eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt zu bespielen, mussten wir natürlich eine entsprechende Ausstellungssituation umsetzen. Bei der geringen Größe des Raumes wären dafür nur zwei Extreme möglich gewesen: eine total reduzierte Präsentation in einem White Cube, oder eben die völlige Überbelegung. Wir haben uns für letzteres entschieden, wie Sie sehen können und diese Situation noch weiter übertrieben.
Dabei bedienen wir uns des Typus der “Wunderkammer”. Diese Raritätenkabinette, wovon das “Grüne Gewölbe” in Dresden das bekannteste sein dürfte, kamen Ende des 16. Jhdts in Mode um dort neben allerlei Kuriositäten und wertvollen Kleinodien seine Kunswerke aufzubewahren und auszustellen. Der Punkt, der uns natürlich am besten daran gefällt, ist die Gleichbehandlung des Wertes eines Kunstwerkes, im Vergleich zu einem sehr seltenen Mineral, einer wunderschönen exotischen Meeresschnecke, oder eines Gegenstandes aus Edelmetall – welch goldene Zeiten!
Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Vergnügen in unserer Wunderkammer!

Ich darf Sie an dieser Stelle noch zu zwei weiteren Terminen einladen, die bei keiner Ausstellung fehlen sollten: wir feiern morgen um 16:45 das “Bergfest” und Mittwoch um 19:00 die Finissage!

Und nun erkläre ich die kürzeste Kunstausstellung in Itzehoes kleinstem Kunsthaus die “Secession! In Hütte B” für eröffnet!

Dankeschön!

 

 

Secesssion! auf dem Weihnachtsmarkt in Itzehoe

heute (13.12.) ab 14:00 Uhr – Bergfest um 16:45 Uhr

morgen (14.12.) ab 14:00 Uhr – Finissage um 19:00 Uhr

 

Fotos von Stefan Horstmann

Budenzauber

Die kürzeste Kunstausstellung des Jahres in Itzehoes kleinstem Ausstellungshaus,
mit käuflichen Arbeiten von Saskia de Kleijn, Wiebke Logemann, Christian Richter und Manuel Zint.

Vom 12.12.2011 bis zum 14.12.2011 immer von 14:00 bis 19:30 Uhr auf dem Itzehoer Weihnachtsmarkt.

Die Künstler sind anwesend.

Vernissage: Montag, 12.12.2011 14:00 Uhr
Bergfest: Dienstag, 13.12. 2011 16:45 Uhr
Finissage: Mittwoch, 14.12. 19:00 Uhr

Norddeutsche Rundschau: