Secession! lädt nach…

11.09.2012 “Runder Tisch Kultur” im Studio des Theaters Itzehoe

Geistige Munition für kulturpolitische Argumentationen

„Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld, vor allem deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (..) Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein, als zum Beispiel Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich „Subventionen“ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der Geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“
Richard von Weizsäcker

Manuel Zints Worte vorab:
Einen schönen, guten Abend, meine Damen und Herren!
Ich möchte hier schnell ein, zwei Sätze verlieren, bevor diese Veranstaltung beginnt. Wie Sie an meinem Pullover unschwer erkennen können, gehöre ich zu den Initiatoren des Ausstellungsprojektes „Secession!“, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die kulturelle Landschaft Itzehoes von Seiten der bildenden Kunst aus neu zu prägen – von daher haben wir uns natürlich über die Einladung zu dieser Veranstaltung sehr gefreut und möchten uns hiermit bei der Stadt bedanken. Natürlich möchten auch wir einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion um die kulturelle Zukunft der Stadt leisten, und sind zu dem Schluss gekommen, dieses so kurz wie möglich zu halten – und am besten schriftlich, so dass ihn auch jeder mit sich nach Hause tragen kann. Der vorliegende Ausspruch unseres ehemaligen Bundespräsidenten fasst in wenigen Worten die Positionen zusammen, die uns am wichtigsten erscheinen, um eine tragfähige und zukunftsorientierte Kulturpolitik betreiben zu können: wenn diese Positionen nicht bei allen Beteiligten Konsens sind, verkommen jegliche weiteren Überlegungen – und seien sie auch noch so gut – zu reinen Denkübungen und werden Spiegelfechterei! Es sind diese Positionen zu denen sich die öffentliche Hand bekennen muss! Und es ist die Aufgabe der Kulturschaffenden, diese Positionen immer wieder einzufordern: zum einen von der Politik – zum anderen aber auch von sich selbst, um eine kulturelle Leistung abzuliefern, die auch die nötige gesellschaftliche Relevanz und Durchschlagskraft besitzt, so dass sie tatsächlich sinnstiftend wirksam werden kann.
Wir wünschen Ihnen viel Freude an diesen kleinen Zettelchen und noch einen wunderbaren und anregenden Abend mit vielen guten Gesprächen – und verabschieden uns an dieser Stelle: in der Überzeugung, dass das Notwendigste und Grundlegendste hiermit bereits aufs Tapet gebracht worden ist.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit…

Wir danken Michel Ruff für den Mitschnitt!

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