Kleine Meinungsäußerung zum “Runden Tisch der Kulturschaffenden” und der darauf zugrunde liegenden Berichterstattung:

Am 15. September 2012 schrieb die shz in den Itzehoer Nachrichten unter dem Titel “Mehr Selbstbewusstsein!” einen leicht euphemistisch gefärbten Artikel über den zweiten “Runden Tisch der Kulturschaffenden”. Darin wird unser Auftreten, das Verlesen unseres Statements zur Kulturpolitik und unser Beitrag zur Diskussion derselben in Form eines kleinen Flugblattes etwas ungnädig quittiert: “…die Künstlergruppe “Secession” machte nicht mit…”

Nun ist “Secession!” erst einmal keine Künstlergruppe und zweitens sehen wir die Situation natürlich anders, denn schließlich waren wir ja tatsächlich (wenn auch nur kurzfristig) sogar körperlich anwesend und haben einen durchaus ernst gemeinten Beitrag zur Diskussionsrunde geleistet, indem wir eine grundsätzliche Position zur Kulturdebatte zur Verfügung gestellt haben – in der ehrlichen Überzeugung, dass diese Position für eine weitere Diskussion und Kulturfindung unerlässlich ist. Dass wir danach die Runde verlassen haben, war keinesfalls eine PR-Aktion, sondern empfahl sich als stringente Lösung um uns und unsere Aussage nicht ad Absurdum zu führen, indem wir uns doch aktiv an der Runde beteiligen – obwohl die von uns als unerlässlich postulierten Grundvoraussetzungen nun mal nicht gegeben sind.

Sowohl Statement als auch Zitat sind auf diesem Blog verfügbar (siehe unten) und auch dieses war von uns angekündigt – inklusive einer Einladung, über diesen Blog mit uns Kontakt aufzunehmen und noch weiter zu diskutieren (wovon allerdings von Seiten der “murrenden Unverstandenen” bislang kein Gebrauch gemacht wurde).

Aktive Verweigerung sieht jedenfalls anders aus!

Wo waren denn die ganzen Kulturschaffenden, die sich noch beim ersten Treffen so zahlreich eingefunden hatten? Von ehemals 70 Teilnehmern waren 50 gar nicht erst erschienen! Welche Gründe dürfen wir für ihr Fernbleiben vermuten?
Dass von Seiten der Wenzel-Hablik-Stiftung, des Kulturhofes oder des Vereins “Planet Alsen” kein Vertreter gekommen war, dürfte angesichts der kulturpolitischen Desaster der letzten Zeit wohl niemanden ernsthaft verwundern.
Und der Rest? Haben sie sich entmutigen lassen durch die verheerende Signalwirkung, welche die Entscheidungen und Äußerungen von Seiten der Stadt hervorgerufen haben? Waren sie abgeschreckt durch den Verlauf des letzten Runden Tisches? Oder sind sie – ganz unspektakulär aber optimistisch gedacht – einfach der Meinung, eine Neuauflage des Runden Tisches lohne sich erst, wenn die damals als notwendig herausgestellten Schritte umgesetzt sind? Schließlich bestand eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des ersten Abends in der Erkenntnis, dass die Zukunft dieser Veranstaltung abhängig ist von einer Erfassung aller Kulturschaffenden in einer zentralen Datenbank, welches einzig und allein von der Stadt sinnvoll betrieben werden kann.
Nun ist es ja bekanntlich leicht, Dinge einfach einzufordern – aber hilfreicher am selben Strang mitzuziehen. Deshalb haben wir bereits im März eine Systematik für ein solches Verzeichnis entworfen und – nach Anpassung und Feinjustierung durch andere kulturelle Institutionen – Anfang April(!) der Stadt zur Verfügung gestellt. Es hätte nur noch umgesetzt werden müssen! Und vielleicht könnte die erlebte Tatsache, dass die Ergebnisse einer Veranstaltung auch die entsprechenden Konsequenzen haben, wieder mehr Kulturschaffende motivieren, zur nächsten Veranstaltung zu kommen (oder einen andersgearteten Beitrag zu leisten). Immerhin wurde der Wille zur Einrichtung einer Datenbank jetzt noch einmal bestätigt. Von allen Bereichen ist es dies, was noch am ehesten zu Hoffnungen berechtigt…

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